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Eine neue Lebenssituation steht werdenden Eltern bevor. Oft haben sie keine Erfahrung mit Kindern, Karriereentscheidungen müssen überdacht werden und noch viele andere Unsicherheiten überschatten das großartige Ereignis der Geburt eines gemeinsamen Babys. Damit Krisen vermieden werden, bieten sich ‚Elternkurse’ an: schwierige Themen werden im Vorfeld besprochen, Sicherheit im Umgang mit dem Säugling wird gewonnen.
Neun Monate hat ein Paar Zeit sich auf ein Baby zu freuen und nachzudenken, wie das Leben ‚danach’ sein wird. Mit der Geburt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, man wird zur Familie. Gerade die erste Zeit mit dem Baby ist prägend für eine gute Eltern-Kind-Beziehung. Ich habe in meiner langjährigen Berufserfahrung leider oftmals verzweifelte Eltern erlebt, die voller Sorgen und Ängste sind im Umgang mit dem Neugeborenen. „Habe ich genug Muttermilch“, „Wie soll ich mein Baby halten“, „Was kann ich gegen Koliken tun“, „Warum weint mein Baby?“, „Mag mich meine Frau/Freundin noch oder ist nur mehr das Kind wichtig?“ sind nur einige Fragen, für die man selbst nur schwer Antworten findet.

Früher gab es Großfamilien, junge Mütter waren eingebettet in ein gut funktionierendes soziales Gefüge. Es gab Kinder in verschiedenen Altersgruppen und mehrere Generationen lebten unter einem Dach. Vieles an Wissen und Lebenserfahrung wurde weitergegeben. Ein Baby zu stillen, zu wickeln oder zu baden war beinahe alltäglich. Heute hat sich vieles verändert. Die junge Familie ist häufig auf sich allein gestellt und es gibt immer mehr werdende Eltern, die noch nie ein Neugeborenes im Arm gehalten haben. Viele lesen Sachbücher oder recherchieren im Internet um sich auf ein Leben mit dem Kind vorzubereiten. In den Medien sieht man glückliche, strahlende Mütter und zufrieden lachende Säuglinge – der reale Alltag sieht oft anders aus. Viele gutgemeinte Ratschläge kommen von allen Seiten, diese verunsichern häufig mehr als sie helfen. Um Spannungen in der Beziehung der Eltern vorzubeugen und einen harmonischen Start ins Familienleben zu ermöglichen ist eine Vorbereitung in der Schwangerschaft hilfreich. Abläufe im Vorfeld ansprechen und diskutieren ist einfacher als wenn das Baby auf der Welt ist, denn die Nächte werden kurz und die Tage lang – kleine Unstimmigkeiten führen schnell zum Streit.
Mütter sind die kompetentesten Menschen in Bezug auf die Bedürfnisse ihres Babys, sie spüren am besten was ihr Kind braucht. Diese innere Fähigkeit ist manchmal überlagert, wir haben verlernt, auf die innere Stimme zu hören. Dieser Instinkt ist in uns und in unseren Kindern vorhanden, man muss ihn nur wahrnehmen und sich davon leiten lassen. Wissen und Vertrauen in die elterliche Intuition sind wichtige Voraussetzungen für eine gute Eltern-Kind-Beziehung. Die Einzigartigkeit seines Babys zu respektieren, aber auch auf seine ganz speziellen Bedürfnisse einzugehen, ist eine wichtige Basis für eine gute Entwicklung des Kindes.
Um einen harmonischen Start zu ermöglichen bedarf es qualifizierter, unterstützender Informationen. Damit Unsicherheit nicht zur Verzweiflung führt – wie ich es bei meiner Arbeit auf der Geburtenstation im Krankenhaus oder in der Stillambulanz beinahe täglich erlebe – biete ich Elternkurse für werdende Eltern an. Dadurch wird man bereits in der Schwangerschaft durch Aufklärung und viele praktische Tipps und Übungen auf das Leben mit dem Baby vorbereitet. Ich sehe meine Aufgabe darin, Eltern die nötige Sicherheit zu vermitteln und sie in ihrer Intuition zu bestärken. Die junge Familie hat nur eine Chance auf einen positiven, glücklichen Start, das Baby sollte von Anfang an liebevoll in diese Gemeinschaft eingebettet sein: Das liegt mir sehr am Herzen.
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